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Blühende Bäume mit heilenden Früchten

Vor vielen, vielen Jahren, wohl vor einem halben Menschenleben, gab es kleine Gärten mit schönen Obstbäumen. Diese Obstbäume blühten das ganze Jahr hindurch und trugen ständig sehr nahrhafte Früchte. Die Gärten waren zwar nicht groß, aber es kamen immer mehr kranke Menschen, die sehr gut genährt wurden und schnell gesund wurden. Die Gärtner bemühten sich die Bäume gut zu pflegen.

Sie bemühten sich auch zu verstehen, warum die Früchte so nahrhaft waren und so viele Menschen heilten. Nur sehr wenige verstanden wirklich das Geheimnis der wundersamen Bäume mit den stachligen Früchten. Es kamen immer mehr Leidende, oft mit außergewöhnlichen Krankheiten und wollten die heilenden Früchte.

Viele Gärtner bemühten sich die Bäume zu züchten und pflanzten immer mehr neue Gärten.  Einige graue Männer saßen in hohen Häusern und beäugten misstrauisch das Ganze.

Einige Gärtner versuchten zu erkunden, ob die Bäume wirklich so heilend waren oder ob lediglich das schöne Aussehen und der Geschmack der Früchte die heilenden Wirkungen hatten. Sie waren viele Jahre bemüht, diese Erkundungen durchzuführen und ließen viele Leidende in einige Gärten und prüften, ob die Früchte wirklich so eine gute Heilwirkung hatten. Nach mehreren Jahren intensiver Sammlung von Erkenntnissen taten sie diese kund, und siehe da, die Heilerfolge der außergewöhnlichen Früchte hatten sogar bessere Heilwirkungen als alles was bisher den Leidenden gut half. Darüber waren sie sehr erstaunt aber sie  verstanden das Ganze nicht. Deshalb wollten sie das Gefundene nicht richtig öffentlich bekannt machen, weil sie es ja nicht verstanden.

Es gab auch einige graue Männer, die in hohen Häusern saßen und die sich Gedanken zum Zugang zu den vielen neu entstandenen Gärten machten, denn der Andrang der Leidenden wurde immer größer, und mehr und mehr Menschen suchten den Einlass in die Gärten mit den exotischen Früchten.

Eines schönen Tages beschlossen die grauen Herren nur noch Kranke mit zwei Leiden in die Gärten einzulassen. Sie bezahlten auch scheinbar großzügig die Kosten der Früchte für die zwei Leiden.
 Sie sagten nichts dazu, wie wenig sie für die Früchte zahlten.  Viele Gärtner überlegten die Bäume nur noch mit 2 Ästen zu züchten und das die Gabe von halbreifen Früchten ausreichte. So gab es auch immer mehr Gärtner, die Früchte in Reih und Glied ordentlich pflanzten. Aber die Früchte schmeckten, da unreif nicht mehr so gut und hatten weniger heilende Wirkungen. So blieben viele Leidende hungrig und kamen nicht mehr gerne in die Gärten, da die Früchte viel weniger Lebenskräfte weckten.

Die Zahl der Einlass-Suchenden in die Gärten wurde trotzdem größer,  da die Früchte scheinbar nichts kosteten. Viele Gärtner überlegten jetzt die Leidenden noch schneller abzufertigen. Sie pflegten die Bäume auch nicht mehr so gut wie früher, die Früchte wurden ja auch nicht mehr so gut von den grauen Herren bezahlt. Die Leidenden wurden unzufriedener, weil die Früchte oft schnell gegessen werden mussten und die Gärten immer voller wurden.

Der außergewöhnlich gute Ruf der Früchte nahm schnell deutlich ab. Jetzt überlegten die grauen Herren wie sie den Zugang zu den Gärten einschränken könnten. Weder die Leidenden noch die Gärtner hatten Vorstellungen wie sie die drohende Lage begegnen könnten. In einem Dämmerschlaf froren alle langsam ein und keiner wollte  mehr aufwachen und etwa an den Früchten tun. Sie ergaben sich so den Gegebenheiten, da die grauen Herren hinter Nebelwänden sehr lange schon geübt waren alles zu verschleiern und sich zu verstecken. Es gab auch keinen Mann in diesem Land, der eine wirkliche Veränderung einleiten wollte.

Es blieben noch einige wenige Gärtner, die sich nicht von den grauen Männern bezahlen ließen, sondern von den Kranken. Sie hatten auch viele Leidende, die um Einlass baten und  die heilenden Früchte genießen wollten. Diese Gärten wurden gut gepflegt und deren Früchte schienen sehr viel mehr zu bewirken.    

Eine kurze Fabel  von  Gabriel Stux    stuxgabriel@me.com



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